FRANZ realisiert künstlerische und kulturelle Projekte. Eine internationale Vernetzung der Kunst und Kultur mit dem regionalen Kulturgeschehen ist ebenso Ziel des Vereins wie eine Förderung spartenübergreifender und subkultureller Ereignisse.

08.07.2017

Weitere Steuerspannungen werden als Gate oder Trigger bezeichnet und haben keine kontinuierliche Parameteränderung zur Folge, sondern dienen zum Schalten von Ereignissen.“ (Wikipedia: Modularsynthesizer). Schwer verständlich bleibt diese Beschreibung, selbst wenn man das Konzert von Driftmachine erlebt hat: elektronische Musik, die sich nicht auf repetitiven Mustern und rhythmischen Patterns ausruht, sondern komplexen Kompositionen folgt. Musikalische Dramaturgie mit Visuals, erzeugt von einem „Klang-Raumschiff“ und einem „Bild-Raumschiff“, wie Flo B. es zusammenfasste.

Großartig! Danke an Driftmachine aus Berlin für dieses einzigartige Konzert. Und an sun_or_cloudz, für die seltene Ehre eines Ambient-Techno-Sets aus seiner Hand, und DJ Monsieur Courage! Bis die Sonne sich zurückmeldete schepperten die Kesselhaus-Fenster im steten Rhythmus. Insofern auch schönen Dank an die Nachbarn, die bis zum nächsten Morgen keine Beschwerde ausriefen. (Insider sprechen vom „Wunder vom Kesselhaus“).

Genug von Gestern.

 

Heute, 09.07., sinniert der Franz KAfkA e.V. über die eigene Arbeit und picknickt. Die Ausstellung ist offen für Besuch.

Morgen, 10.07., legen wir unser Büro ins Kesselhaus und arbeiten an diesem und jenem. Die Ausstellung ist offen für Besuch (sie lebt und wächst übrigens weiter).Dienstag, 11.07., lädt Notburga Karl zur Erprobung von Performances. In Theorie und Praxis werden künstlerische Konzepte besprochen und durchgeführt: „Strategies of Empowerment“ (Teilnahme kostenlos, gegen Spende, ab 11 Uhr).

 

Unterdessen findet der Franz KAfkA eine Inspiration - beinahe ein ikonisches Sinnbild - in der Funktionsweise des modularen Synthesizers. Wir verstehen uns gern als „Steuerspannung [...] zum Schalten von Ereignissen“. Kommt vorbei und macht euch ein Bild. Wenn ihr mögt.

06.07.2017 - FK:K Kesselhaus Bamberg

Paris, Berlin, Lausanne, Bamberg. Die oberfränkische Mittelstadt mit mittelmäßigen Mitteln für Vermittlung zeitgenössischer Kunst und Popkultur reiht sich ein. Herzlichen Dank an Joasihno  (München, Deutschland) und Abdu Ali (Baltimore, USA), die die Verbindung herstellen, indem sie auf ihren Europa-Touren Zwischenstops im Kunstraum:Kesselhaus eingelegten.

Das Kesselhaus war ein ehemaliges Heizkraftwerk, dessen Glasfassade dazu diente, bei Explosionen im Kokskessel zu zerbersten um den Druck zur Seite entweichen zu lassen. Eben jene Glasscheiben schepperten unter den Druckwellen der Bassboxen recht deutlich. Im Hotel gegenüber stand ein Mann ohne Oberhemd im offenen Fenster und beobachtete das Gewitter. „Noch eine halbe Stunde, dann endet das Konzert!“, beruhigte der „Lärmschutzbeauftragte“ des Franz KAfkA e.V. (ein Amt, das das Ordnungsamt zwingend voraussetzt bei sogenannten Veranstaltungen öffentlicher Vergnügung). „Kein Problem. Die Musik stört mich nicht.“, antwortete der Mann ohne Oberhemd. Es muss ein Auswärtiger gewesen sein, vielleicht aus Berlin? Oder einer anderen Stadt? Wo dröhnende Bässe keine Lärmbelästigung sind, sondern Teil des kulturellen Lebens?

Wie auch immer.

Der ergiebige Sommerregen spülte kurz nach Veranstaltungsende unsere Gäste unter ihre heimischen Dächer zurück, subtile Techno-Klänge hinter sich lassend, die Monsieur Courage hinter der Bar abspielte. Hiermit verabschiedete sich der Franz für einen Tag und gab einen Vorgeschmack auf Samstag, 08.07. : Driftmachine aus Berlin, sun_or_cloudz und DJ Monsieur Courage aus Bamberg. Es wird elektronisch, ambient, bassig.

Ja, wohin jetzt? Heute, Mittwoch 05.07.,

Kesselhaus zu.

Der Franz KAfkA war viel dort in den letzten Tagen. Am Sonntag Abend war Michael Huth so zuvorkommend, seine Ausstellung abzubauen, während noch Gäste hätten kommen können. Diesen Eifer danken wir ihm sehr. Vielleicht ahnte er, dass unser Aufbau seine Zeit brauchen würde. So war es.

Heute fühlen wir uns fast zuhause im Kesselhaus, kennen alle Ecken, auch die staubigsten, mit Staub von Jahrhunderten. (Recht faszinierend am Arbeiten in Industrie-Leerständen ist, dass man Orte entdeckt, an denen noch nie (!) jemand geputzt hat. Warum auch? Oberhalb des Kokskessel bringt ein Besen wirklich wenig.)

Die Ausstellung steht, hängt, liegt, klemmt, projiziert, wächst, klingt und macht uns ziemlich glücklich. Wir danken allen Ausstellenden und unseren Gästen der Eröffnung! Wir freuen uns über das Gefühl, dass fast alle Anwesenden einverstanden waren mit dem, was wir machen. Interessant aber auch, wie sehr manchen Menschen an der unveränderbaren Einhaltung artifizieller Konventionen gelegen ist. Vielen Dank für Verbesserungsvorschläge bezüglich Stille. Wir werden sie nicht annehmen.

Wir freuen uns auf die kommenden Konzerte. (Donnerstag, 06.07., Joasihno und Abdu Ali.)

Obwohl es nichts gratis gab (außer der dargebotenen Kunst) ist das Bier komplett ausgetrunken worden. Auf Betonstufen sitzend, auf Plastik-Kisten sich unterhaltend, zwischen Autos und Ziegelwänden haben sich die Menschen offenbar wohl gefühlt. Ein großes Glück für uns, die wir als Veranstalter den Menschen zwei Wochen lang eine unverbindliche Anlaufstation geben möchten. So geschehen gestern, Dienstag, 04.07., als Marian Lenhards Fotografie-Workshop lebhaft besucht wurde. Bei der Anlieferung des Getränkenachschubs auf dem Parkplatz war das Kesselhaus umgeben von fotografieren Menschen, Portraits schießend von unbekanntem Gegenüber.

So soll es sein! Kommt wieder und füllt den Kunstraum:Kesselhaus mit eurem schönen Leben. Für den Verfasser dieses Textes wäre das besonders erfreulich. Der hat die Atmosphäre der Eröffnung nur aus Erzählungen erfahren dürfen, da er mit Kafka-Erzählungen beschäftigt war und vom munteren Treiben nichts mitbekam.

 

Bis morgen, Donnerstag, 06.07., ab 18 oder 19 Uhr oder so öffnet die Ausstellung.

20 Uhr beginnen die Konzerte. Wird laut.

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